Außenstände im Griff behalten

DIHK-Finanzierungsfachmann Schütz rät zu klaren Strukturen

In punkto Forderungsmanagement gibt es nach Einschätzung von Sebastian Alexander Schütz, Experte für Unternehmensfinanzierung und -sicherung beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK), in vielen Betrieben "großen Nachholbedarf".

 

Wenn Geschäftspartner ihre Rechnungen nicht oder zu spät bezahlen, kann dies gerade für kleine und mittlere Unternehmen existenzgefährdend sein. Insbesondere sie müssten deshalb "unbedingt ihr Forderungswesen überprüfen, ob es effizient ist", betonte Schütz gegenüber der Tageszeitung "Die Welt".

 

Es gebe Firmen, die keinen ausreichenden Überblick über die Höhe und Anzahl der offenen Forderungen hätten, berichtete der Finanzierungsexperte. Den Unternehmen riet er, im Bereich Forderungsmanagement klare Strukturen zu erarbeiten.

 

Etwa könne bei Neukunden vor dem Vertragsabschluss eine Bonitätsprüfung stattfinden. "Auch Wirtschaftsauskunfteien liefern Informationen", so Schütz. Bei laufenden und abgeschlossenen Aufträgen müsse man zudem genau wissen, wann welche Rechnungen fällig würden.

 

Werden Forderungen nicht beglichen, "sollte schnell gemahnt werden", riet der DIHK-Experte. Hilfreich sei zudem eine Analyse, in welchen Bereichen oder bei welchen Kunden es öfter Probleme gebe. Dann wisse man, wo man sich besser absichern und noch genauer kontrollieren müsse.

 

Als hilfreich für ein erfolgreiches Forderungsmanagement bewertete Schütz den Einsatz spezieller Software. Zudem nannte er die Möglichkeit, Leistungen an Inkassounternehmen abzugeben oder diese bei Problemen mit Schuldnern einzuschalten.

 

Die Entscheidung für ein Inkassoverfahren hänge aber auch von der Größe des Unternehmens ab, betonte er. Denn es sei "ein erheblicher Unterschied", ob täglich einige Tausend Rechnungen beispielsweise bei einem Online-Händler anfielen "oder eine eher überschaubare Zahl".

 

(Quelle: DIHK.de)